Bluthochdruck

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So entsteht der Blutdruck

Das Herz pumpt das Blut mit etwa 60–80 Schlägen pro Minute durch unseren Körper. Da die Blutgefäße nur eine begrenzte Elastizität besitzen, üben sie einen Widerstand aus, durch den sich im gesamten Gefäßsystem ein Druck aufbaut: der Blutdruck. Dieser schwankt im Laufe des Tages, da sich das Herz-Kreislauf-System den Bedürfnissen unseres Körpers anpasst.

Die zwei Werte bei der Blutdruckmessung: Systole und Diastole

Der erste Wert ist der systolische Druck (Systole), auch oberer Wert genannt. Er entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, und beschreibt die maximale Pumpleistung des Herzens. Normalerweise liegt dieser Wert bei 110–130 mmHg. Der zweite Wert ist der diastolische Druck (Diastole), auch unterer Wert genannt. Er entsteht während der Entspannungsphase des Herzens, wenn der Druck abfällt, und steht im Zusammenhang mit der Elastizität der großen Blutgefäße. Er liegt normalerweise bei 80–89 mmHg.

Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft und unabhängig von körperlicher oder seelischer Anstrengung zu hoch sind (über 140/90 mmHg). Der Arzt spricht in diesem Fall auch von arterieller Hypertonie. Bluthochdruck verursacht winzig kleine Verletzungen in den Wänden der Blutgefäße, an denen sich kalkhaltige Ablagerungen bilden können. Als Folge verhärten und verengen sich die Blutgefäße, es kommt zur sogenannten Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

Ist mein Blutdruck normal? Diese Werte verraten es Ihnen.

Einstufung Systole Diastole
Optimal < 120 < 80
Normal 120 – 129 80 – 84
Hochnormal 130 – 139 85 – 89
Bluthochdruck > 140 > 90

Ursachen & Risikofaktoren

Bei den meisten Menschen mit Bluthochdruck ist dessen eigentliche Ursache nicht bekannt. Hier spielen wahrscheinlich erbliche Faktoren eine Rolle. Menschen, deren Familienangehörige bereits unter Bluthochdruck leiden, haben ein höheres Risiko, ebenfalls an Bluthochdruck zu erkranken.

Es gibt jedoch weitere Risikofaktoren, die die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen:

Übergewicht
Bewegungsmangel
Hormonelle Ursachen (z. B. bei Frauen während der Menopause)
Psychischer Stress
Rauchen
Falsche Ernährung

Mögliche Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck

Bluthochdruck kann die Lebenserwartung nachweislich verkürzen, wenn er nicht behandelt wird. In manchen Fällen reicht bereits eine Änderung des Lebensstils hin zu einer gesünderen Ernährung mit mehr Bewegung aus, um den Blutdruck wieder in den Normalbereich zu senken. Wenn diese Maßnahmen jedoch zu keiner dauerhaften Blutdrucksenkung führen, stehen wirksame Medikamente zur Verfügung.

  • ACE-Hemmer, Kalziumantagonisten, Angiotensin-II-Antagonisten senken den Blutdruck, indem sie die Gefäße erweitern, wodurch der Gefäßwiderstand verringert wird.
  • Diuretika fördern die Wasserausscheidung über die Niere. Durch den Wasserverlust reduziert sich das zirkulierende Blutvolumen. Der Blutdruck sinkt.
  • Betablocker wirken beruhigend auf die Herzaktivität, senken die Herzleistung und dadurch auch den Blutdruck.
  • Alphablocker erweitern die Blutgefäße bzw. wirken beruhigend auf die Nerven, die die Blutgefäße, das Herz und die Nieren versorgen. Dadurch bleiben die Blutgefäße entspannt, es kann mehr Blut hindurchfließen und der Blutdruck sinkt.

Ob Ihr Bluthochdruck mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden muss und welche Medikamente notwendig sind, kann nur von Ihrem Arzt beurteilt werden.